Der Kletterhelme Test 2015 inklusive neuer UIAA Norm 106

Der Kletterhelme Test 2015 inklusive neuer UIAA Norm 106

Eben konnte ich beim Kaffee den neuen Testbericht im Klettern-Magazin (Ausgabe 01/2015) genießen. Darin wurden insgesamt 10 Helme getestet, wobei nur noch ein Hybridhelm dabei ist. Alle anderen sind sogenannte Inmolding-Modelle, die eine dünne Polycarbonat-Aussenschicht haben und innen eine dicke Dämpfung aus Styropor aufweisen. Ich selbst habe noch solch einen „alten“ Hybrid-Helm, der von meinen Kletterkollegen gerne als „NVA-Stahlhelm“ bezeichnet wird. Ich muss zugeben: Das Gwicht und der Tragekomfort sind auch nicht so riesig, aber er hat schon viele heftige Schläge abbekommen und ist immernoch im Dienst. Ein Inmolding-Helm hätte da in jedem Fall schon ausgetauscht werden müssen, da sie doch leichter Beschädigungen an der Aussenschicht bekommen.

Inmolding-Modelle sind der Trend

Man sieht aber schon an der Entwicklung, wohin die Reise geht. Selbst Kletterer wie die Huberbuam, die viel alpin unterwegs sind, sieht man nur noch mit dem [Petzl Meteor->petzl-meteor]. Kein Wunder, denn wenn es aufs Gewicht ankommt, sind die Inmolding-Helme immer deutlich im Vorteil. Auch der Tragekomfort läßt in der Regel nicht zu wünschen übrig, denn nach wenigen Minuten vergißt man meistens sogar, dass man einen Kletterhelm auf hat.

An den Testergebnissen sieht man schon, dass die Hersteller die Sache recht gut im Griff haben. Wenn man sich schon über die nicht ganz einfach zu bedienenden Schieberegler für die Größenverstellung „beschwert“, dann weiss man, dass es Jammern auf hohem Niveau ist. 😉

Auch haben einige Hersteller sich freiwillig der neuen, schärferen UIAA-Norm unterzogen, bei der noch weniger Kraft auf den Kopf ausgeübt werden darf, wenn ein Felsbrocken auf den Helm donnert. Aktuell ist diese Norm noch nicht verpflichtend, aber sich zukünftig interessant.

Testkriterien – darauf kommt es an!

Das Team von „Klettern“ hat die 10 Helme in Bezug auf den Tragekomfort, das Klima im Helm und die Bedienung unter die Lupe genommen. Die Sicherheitsaspekte wurden nicht getestet, da diese mit den entsprechenden Zertifizierungen schon „bewiesen“ sind. Sonst wären die Kletterhelme nicht im Handel. Die Helmhersteller erfüllen alle die nötige UIAA-Norm und geben sich darüber hinaus natürlich Mühe, die Modelle möglichst leicht und „luftig“ zu gestalten. Das ist in der Regel auch gut gelungen, wie die insgesamt guten Bewertungen zeigen.

Die Testsieger – Empfehlungen für die besten Kletterhelme

Wie gewohnt, gibt es bei den Tests nicht nur „den einen“ Helm, der gewinnt, sondern unterschiedliche Empfehlungen. Hier die vier ausgelobten Helme mit einer kurzen Erläuterung:

Beal Atlantis – Preistipp

Beal Atlantis HelmDer Schaumhelm Atlantis von Beal ist ein Neuzugang in der Helmwelt, denn Beal kennt man eigentlich eher von anderen Kletterprodukten. Nun sind die Franzosen auch in die Helmproduktion eingestiegen und können gleich mit einem sehr preiswerten und guten Produkt aufwarten. Der Helm erfüllt auch die neue UIAA-Norm 106 und läßt sich sehr angenehm tragen. Er bietet auch eine Halterung für Stirnlampen und hat eine besondere Magnetschnalle am Kinnriemen, die die Bedienung vereinfachen soll. Preislich liegt er bei ca. 70 EUR.

Bezugsquelle: aktuell über Amazon erhältlich

Black Diamond Vector – Empfehlung 01/2015

Black Diamond VectorAuch der Vector von Black Diamond ist sowohl in Bezug auf das Klima wie auf den Tragekomfort ein Kletterhelm ohne grosse Kompromisse. Er wurde auch schon 2013 getestet und ist damit ein „alter Bekannter“, der weiterhin sehr empfehlenswert bleibt. Die Stirnlampenhalterung funktioniert mit 4 Clips, die auch schwere Modelle gut fixieren. Einzig die Kopfform ist eventuell ein Problem: Der Helm kommt gut mit großen Köpfen zurecht, aber wenn man einen schmalen Kopf hat, berichtet das Tester-Team, dass es sehr festgezurrt zum Wackeln oder Drücken kommen kann. Die vielen sehr guten Kundenbewertungen zeigen Der Preis liegt bei ca. 90 EUR.

Bezugsquelle: Bergfreunde-Shop

Edelrid Shield II – EMpfehlung 01/2015

Edelrid Shield 2Auch der Shield 2 von Edelrid ist ein Modell, dass bereits 2013 getestet und für gut befunden wurde. Besonders angenehm ist bei diesem Modell die sehr gute Anpassungsmöglichkeit und der hohe Tragekomfort, der daraus resultiert. Die Tester meinen, dass dieser Helm so gut wie kein anderem am Kopf festsitzt, da er ein großflächigen Aufsatz im Nackenband hat, dass ihn fixiert. Die gute Polsterung sorgt auch bei langen Touren für einen angenehmen Sitz. Eine Stirnlampenhalterung hat natürlich auch integriert. Der Helm ist für ca. 80 EUR zu haben.

Bezugsquelle: bei uns im Shop

Petzl Meteor – Empfehlung 01/2015

Petzl Meteor 4Dies ist rein rechnerisch gesehen, der Petzl Meteor 4, denn soviele „Versionen“ gibt es nun schon von diesem Modell. Petzl hat den Inmolding-Helm noch einmal überarbeitet und es tatsächlich geschafft, noch mehr Luftlöcher in das Design einzubauen. Daraus ergibt sich ein toller Tragekomfort mit sehr gutem Klima. Diese Version ist allerdings nicht mehr als Fahrradhelm zu verwenden, wie es beim Meteor III+ noch der Fall war. Eine entsprechende Zertifizierung als Fahrradhelm liegt nicht vor. Als Kletterhelm erfüllt er natürlich die UIAA-Norm und bietet so trotz der genialen Belüftung ausreichend Schutz für den Kletterer. Mit den gewohnten 4 Clips lassen sich auch Stirnlampen fixierten. Preislich liegt er bei ca. 85 EUR.

Bezugsquelle: Bergfreunde-Shop

Besonderheit: Mammut Alpine Rider ist ein Kletter- und Skihelm in einem

Mammut Alpine RiderEtwas aussen vor bleibt der Alpine Rider von Mammut. Dieser hat als einziger Helm im Test die Zertifizierung als Bergsteigerhelm wie die Zertifizierung als Skihelm. Er hat ein herausnehmbares Innenfutter und ist so gestaltet, dass er auch die Ohren und den Kopf gegen Minusgrade schützen kann. Dadurch ist aber die Belüftung verständlicherweise weniger gut, als bei den anderen Helmen im Testfeld. So läuft er aus meiner Sicht etwas „ausser Konkurrenz“. Wer einen kombinierten Kletter- und Skihelm sucht, ist hier richtig. Als Kletterhelm für die Sonnenplatten in Arco würde ich ihn aber nicht empfehlen. 😉

Bezugsquelle: Bergfreunde-Shop

 

 

 

 

 

Computernerd, Kletterer und Outdoor-Freak – das ist der Autor in unserem Blog. Jens kümmert sich sowohl um die technische Seite als auch um die Beiträge in unserem Outdoor-Blog. Er ist immer auf der Suche nach neuem Wissen über Sicherheitsfragen beim Klettern und neuen Outdoor-Gadgets, er schreibt Produkttests und gibt Tipps zu Reisezielen. Wenn du Anregungen hast, dann schreib ihm einfach!

Bewertungen:

 

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