Sicherungsgerät Click Up von Climbing Technology

Sicherungsgerät Click Up von Climbing Technology
Foto: Sicherungsgerät Click Up ohne Seil

Sicherungsgerät Click Up mit Karabiner ohne Kletterseil (Fotos: Climbing Technology).

Das für Seildurchmesser von 9 bis 10,5 mm geeignete Click Up Kit des italienischen Herstellers Climbing Technology ist einigen vielleicht schon aus dem Shop dieser Seite bekannt. Dieses Sicherungsgerät kostet inklusive Karabiner etwa 65 Euro; für Einsteiger sicher eine Menge Geld, für Profikletterer eine rentable Lebensversicherung. In diesem Blogeintrag soll es um die Details zum Click Up gehen. Wie wird es angewendet? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Etc…

Die Verwendung des Click Up – eine kurze Anleitung

Das Click Up von Climbing Technology ist ein robustes, dafür aber einfach zu bedienendes Sicherungsgerät, das unter die Rubrik „Halbautomaten“ fällt. Es macht im Sturzfall also „zu“, aber der Sichernde muss dennoch das Bremsseil festhalten, damit der Sturz vollends stoppt.

Wer es das erste Mal anwendet, sich allgemein über die Verwendung informieren möchte oder sich einfach für Kletterausrüstung interessiert, der findet hier eine kurze Anleitung zur Verwendung des Produkts:

  1. Zur Verwendung des Click Up Sicherungsgeräts wird vorerst der entsprechende Verbindungskarabiner am Klettergürtel befestigt. Vom Hersteller wird natürlich der hauseigene Concept Karabiner empfohlen. Dieser Empfehlung sollte man folgen, denn die Funktion des Click Up hängt extrem vom verwendeten Karabiner ab. Anfänger sollten sich also gleich das Click Up Kit kaufen.
  2. Anschließend wird das Seil in das Click Up eingelegt und der vorbenannte Karabiner eingebracht, sodass ein Herausziehen der eingelegten Seilschlaufe durch selbigen blockiert wird.
    Tipp: durch Grafiken (Relief und Aufdruck) wird eindeutig angezeigt, welches Seilende zu dem zu sichernden Kletterer geht und welches Seilende am Boden bleibt.
  3. Vom Hersteller wird als Abschließender Schritt der Seil-Installation das Überprüfen des Bremsmechanismus‘ empfohlen. Dieses wird durch einen extra starken / schnellen Zug am ausgehenden Seil realisiert. Auch die Überprüfung der Verknotung des Seils beim Kletterer wird empfohlen.
  4. Nun kann das Seil in beide Richtungen gezogen werden (Seil geben oder Überschuss einholen). Im Falle eines Sturzes blockiert das System – im Idealfall mit einem hörbaren Klicken. Daher auch der Name des Sicherungsgeräts. Zum Lösen des blockierten Seils wird der vorbenannte Karabiner wieder in die Ausgangsposition gezogen.
  5. Beim Herablassen des Kletterpartners stellt sich die Eindellung an der einen Seite des Geräts als sehr praktisch heraus: im eingerasteten Modus wird an dieser Stelle nämlich das Gerät nach unten gedreht, was eine kontrollierte Freigabe des Seils ermöglicht.

Videoanleitung zur Verwendung des Click Up Sicherungsgeräts

Natürlich sind die einzelnen Schritte in Textform nicht ideal. Viel mehr lernt man, wenn man Dinge nicht nur erklärt, sondern gezeigt bekommt. Das weiß auch Climbing Technology und hat für die deutschsprachigen Anwender des hier vorgestellten Produkts ein Video veröffentlicht. Dieses zeigt auch die Toprope Sicherung:

Vor- und Nachteile des Click Up

Die Vorteile wurden durch das Aufzeigen der Verwendung schon klar hervorgehoben: die Sicherung des Kletternden ist denkbar einfach. Die Bedienung ist ebenfalls simpel und durch die Grafiken und Reliefs auf dem Sicherungsgerät ist sogar ein falsches Einlegen bzw. Geben und Nehmen des Seils so gut wie unmöglich.

Ein klarer Nachteil ergibt sich aber auch aus der Technologie des Produkts: das weiche Sichern ist kaum möglich, da das Click Up im Sturzfall sofort zu macht. Weich Sichern kann man als Sicherungspartner also nur, indem sie sich am Ende des Sturzes noch etwas in Seilrichtung bewegt. Profis können dies nach einiger Übung, aber für Anfänger dürfte es schwer sein. Diesen Nachteil haben allerdings auch andere Sicherungsgeräte, wie das Grigri oder das Smart – es ist also für die meisten Leute zu vernachlässigen.

Click Up im DAV Test

Foto: Click Up Kit im Einsatz

Foto: Click Up Kit von Climbing Technology im Einsatz. Die Seilführung läuft prinzipiell wie beim Tuber.

Ein viel schwerwiegenderer Nachteil ist die Abhängigkeit des Click Up vom Karabiner. Im Test von Halbautomaten hat der Deutsche Alpenverein (hier zum PDF) festgestellt, dass die Blockierfunktion des Sicherungsgeräts stark durch die Form und die Dicke des verwendeten Karabiners beeinflusst wird. Verwendet man einen D-Karabiner, blockiert das Click Up fast garnicht, während es bei einem zu dünnen Karabiner so stark schließt, dass man es kaum noch in den Bedien-Modus zurück bekommt. Eine solche Abhängigkeit birgt natürlich Gefahren, denn man kann davon ausgehen, dass Kletterer nicht unbedingt wissen, dass sie nur den vom Hersteller im Kit ausgelieferten Karabiner nachkaufen sollten. Wird ein anderes Modell nachgekauft, kann es zu ungewünschten Effekten kommen.

Das Fazit des DAV Tests liest sich so:

„Der Ansatz des Geräts ist sehr gut und das Handling sehr angenehm. Schade ist, dass die Funktion so stark von Karabinerform und Querschnitt abhängt; in dieser Hinsicht ist das Gerät noch nicht völlig ausgereift. Bei Verwendung mit dem empfohlenen HMS-Karabiner „Mini“ ist es eine interessante Neuentwicklung für Anfänger wie Experten.“

Fazit zum Sicherungsgerät Click Up

Hier bekommt man ein hochwertiges Sicherungsgerät von einem Top-Hersteller – und mit einem Gewicht von 190 Gramm (inklusive HMS Karabiner) auch schwere Qualität. Das Gerät ist ein verläßlicher Sicherungspartner für Anfänger, da das leicht verständliche Prinzip des Tube zugrunde liegt. Problematisch ist nur die Blockierfunktion, die von Karabinertyp und -dicke abhängt. Aus diesem Grund sollte man unbedingt das Click Up Kit kaufen, das gleich den passenden Karabiner mit enthält.

Kaufen könnt ihr euch das Click Up zum Beispiel in einem der folgenden Shops:

Computernerd, Kletterer und Outdoor-Freak – das ist der Autor in unserem Blog. Jens kümmert sich sowohl um die technische Seite als auch um die Beiträge in unserem Outdoor-Blog. Er ist immer auf der Suche nach neuem Wissen über Sicherheitsfragen beim Klettern und neuen Outdoor-Gadgets, er schreibt Produkttests und gibt Tipps zu Reisezielen. Wenn du Anregungen hast, dann schreib ihm einfach!

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